Hölderlin-Nürtingen

Projekt Hölderlin-Denkmal: Ein Bleibendes schaffen

Ein Bleibendes schaffen

Das Hölderlin-Denkmal in Nürtingen

Das Anliegen
Unseren Dichtern ein Denkmal. Schaffung einer figurativen Hölderlinstatue für Nürtingen, der Stadt seines künstlerischen Wirkens.
Die Herausforderung
Schaffung eines Denkmals, das Hölderlin in Nürtingen für ein breites Publikum sichtbar und erlebbar machen kann; dem künstlerischen Vermächtnis und der Bedeutung Hölderlins gerecht wird; der Person, dem Menschen Hölderlin, insbesondere mit Blick auf seine Nürtinger Zeit, gerecht wird und dem künstlerischen Anspruch an ein Werk im öffentlichen Raum angemessen ist.
Der Ansatz
Schaffung einer lebensgroßen Bronzestatue in der dreidimensionalen, bildlichen, plastischen, figurativen Sprache von Ernst Rietschel (dem Schöpfer des weltberühmten Goethe Schiller Denkmals in Weimar). Der Ansatz, die plastische, figurative Sprache Rietschels (also eine Sprache des 19. Jahrhunderts) zu verwenden ist sehr bewusst getroffen worden, da es kein Hölderlin-Denkmal im klassischen Sinne gab, das die Person Friedrich Hölderlins ohne verfremdende Interpretation darstellte.
Dennoch sollte die Arbeit keine „Kopie“ eines Rietschelschen Werks mit Hölderlins Zügen werden, sondern eine eigenständige künstlerische Arbeit unserer Zeit. Künstler und Ausführende mussten für Professionalität stehen. Vom bildnerisch-künstlerischen Anspruch her war es eine große Herausforderung, dem hohen Standard, den Ernst Rietschel mit seinem Werk gesetzt hat, gerecht zu werden. Diese Aufgabe wurde dem renommierten Bildhauer Prof. Waldemar Schröder in Zusammenarbeit mit der weltweit führenden Kunstgießerei Strassacker übertragen.
Abgrenzung
Es gab bereits bildnerische Werke zum Thema Hölderlin; zwei Beispiele seien genannt: Markus Lüppertz und Peter Lenk. Diese wichtigen Werke der beiden großen anerkannten zeitgenössischen Künstler stellen eine subjektiv künstlerische Interpretation Hölderlins dar. Vereinfacht gesagt: Das Denkmal von Markus Lüppertz ist ein „Lüppertz“. Das Denkmal von Peter Lenk ist ein „Lenk“. Im Gegensatz dazu sollte die Botschaft dieser Konzeption das literarische Vermächtnis Hölderlins sein. Waldemar Schröder sollte einen „Hölderlin“ schaffen.
Konzeption
Der Bildhauer Prof. Waldemar Schröder konnte für die Idee dieses Denkmals begeistert werden. Er hat in Vorleistung verschiedene Quellen (Porträts, Scherenschnitte, Verwandtenporträts, etc.) methodisch ausgewertet und die Physiognomie erarbeitet. In intensiver Zusammenarbeit mit dem Hölderlinverein Nürtingen wurde die inhaltliche Formulierung der künstlerischen Botschaft erarbeitet. Erste Zeichnungen und Wachsentwürfe von Pose und Kopf wurden schnell realisiert.
Einbindung der Stadt Nürtingen
Die Stadt Nürtingen war in die Konzeptarbeit einbezogen. Der Kunstausschuss der Stadt begrüßte ausdrücklich die Initiative. Das zuständige Entscheidungsgremium der Stadt Nürtingen hatte in seiner öffentlichen Sitzung am 13.9.2016 beschlossen, das Konzept des Hölderlindenkmals anzunehmen und als Standort das Neckarufer am sog. Steinachdreieck vorgesehen.
Finanzierung und Realisierung
Die verbindliche Zusage der Stadt Nürtingen, ein solches Denkmal – eine erfolgreiche Finanzierung vorausgesetzt – anzunehmen, war Voraussetzung für eine sinnvolle Ansprache von Sponsoren, die danach auf den Weg gebracht wurde. Ein Angebot der Kunstgießerei Strassacker in Zusammenarbeit mit Prof. Schröder lag vor. Das Projekt wurde gemanagt von dem damaligen Präsidenten des Rotaryclub Kirchheim/Teck Nürtingen, Dr. Hanns Aberle und seiner Ehefrau Ruth in enger Zusammenarbeit mit der Vorsitzenden des Hölderlingvereins Nürtingen, Frau Ingrid Dolde. Nachdem die erforderlichen Mittel durch großzügige Spenden von Vereinen, Institutionen und Privatpersonen zur Verfügung standen, wurde über den Rotaryclub Kirchheim/Teck Nürtingen am 21.3.2017 an die Kunstgießerei Strassacker der Auftrag zur Realiserung des Denkmals durch Prof. Waldemar Schröder erteilt. Am 8.10.2017 wurde das Nürtinger Hölderlin-Denkmal der Öffentlichkeit übergeben.
Rezeption
Ziel des Projektes war und ist, den Dichter Friedrich Hölderlin in seiner Heimatstadt ein Stück sichtbarer und erlebbarer werden zu lassen. Das Denkmal soll den Menschen in Nürtingen Zeugnis geben vom Leben und Schaffen Hölderlins; es soll Ort der Poesie und Kommunikation, es soll Teil der Kulturlandschaft der Region sein und damit einen Beitrag zur kulturellen Bildung leisten. Der Aufstellungsort am Steinachdreieck in Nürtingen hat durch das Denkmal eine gewaltige Aufwertung erfahren. Aus einer Schmuddelecke für Gassigeher ist ein Treffpunkt der Bevölkerung geworden, die Auseinandersetzung mit dem Kunstwerk und mit Hölderlin ist greifbar und sichtbar.
Das Werk ist angekommen in Nürtingen.                                                                           Dr. Hanns Aberle // Dezember 2017

 

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