Hölderlin-Nürtingen

Projekt Gedichtsteine am Galgenberg

Gedichtsteine „In Hölderlins Landschaft“

Zum Konzept der Gedichtsteine

Der Wanderweg „In Hölderlins Landschaft“ ist seit dem Jahr 2011 eine beliebte Wegstrecke, die häufig begangen wird. Im Zuge der Planungen zum Rundwanderweg wurde mehrfach der Wunsch geäußert, unterwegs Zitate aus Hölderlin-Gedichten vor Ort erlebbar zu machen. Daraus entstand die Idee der Gedichtsteine. Einzelne Zitate aus Friedrich Hölderlins Gedichten werden so an ausgewählten Orten des Rundwanderwegs „In Hölderlins Landschaft“ in Form von Gedichtsteinen erlebbar. Es wurden Orte ausgesucht, an denen bereits große Steine vorhanden waren. Die Zitate sind in Steine gemeißelt, die hier vor Ort gefunden wurden, und sind damit der Landschaft angepasst.
Ausgesucht wurde ein Gedicht, das einen offenkundigen Bezug zu Nürtingen und seiner Umgebung hat und möglichst auch in Nürtingen entstanden ist. Hölderlins Ode „Rükkehr in die Heimath“ erfüllt diese Vorraussetzungen: Nürtingen und die Gegend um Nürtingen werden zwar nicht explizit erwähnt, können jedoch leicht als die ersehnte Heimat Friedrich Hölderlins identifiziert werden. Zur allgemeinen Verständlichkeit und um Irritationen zu vermeiden, wird bei den ausgewählten Zitaten für die Gedichtsteine selbst die aktuelle Orthografie verwendet.

Rükkehr in die Heimath.

Ihr milden Lüfte, Boten Italiens!
Und du mit deinen Pappeln, geliebter Strom!
Ihr woogenden Gebirg‘, o all ihr
Sonnigen Gipfel, so seid ihr’s wieder!

Du stiller Ort! in Träumen erschienst du fern
Nach hoffnungslosem Tage dem Sehnenden,
Und du, mein Haus, und ihr, Gespielen,
Bäume des Hügels, ihr wohlbekannten!

Wie lang ist’s, o wie lange! des Kindes Ruh‘
Ist hin, und hin ist Jugend und Lieb und Lust;
Doch du, mein Vaterland, du heilig-
Duldendes, siehe, du bist geblieben!

Und darum, daß sie dulden mit dir, mit dir
Sich freun, erziehst du, Theures! die Deinen auch
Und mahnst in Träumen, wenn sie ferne
Schweifen, und irren, die Ungetreuen.

Und wenn im heißen Busen dem Jünglinge
Die eigenmächt`gen Wünsche besänftiget
Und stille vor dem Schiksaal sind, dann
Giebt der Geläuterte dir sich lieber.

Lebt wohl dann, Jugendtage, du Rosenpfad
Der Lieb‘, und all‘ ihr Pfade des Wanderers,
Lebt wohl! und nimm und seegne du mein
Leben, o Himmel der Heimath, wieder!

Informationen zur Ode „Rükkehr in die Heimath.“
Friedrich Hölderlin kehrte im Juni 1800 nach Nürtingen zurück, um von dort aus nach Stuttgart zu ziehen. Das Gedicht „Rükkehr in die Heimath“ entstand im Juni 1800 in Nürtingen. Erstdruck im Journal „Für Herz und Geist. Taschenbuch für das Jahr 1801.“

Steinpaten und erfolgreiche Kooperationen
Zur Finanzierung der Gedichtsteine werden Steinpaten gesucht, die die aufwendigen Steinmetzarbeiten durch Spenden unterstützen. Bei der praktischen Umsetzung der Idee „Gedichtsteine“ hat sich die Kooperation zwischen den beteiligten Vereinen und der Stadtverwaltung Nürtingen erneut bewährt, wie schon bei der Planung des Rundwanderwegs. Die schweren Steine zum Steinmetz bewegen und wieder an ihren angestammten Ort bringen, die Plätze für die Steine herrichten, damit sie ihre Wirkung entfalten können, dazu brauchte es gemeinsame Planung, Koordination und Umsetzung. Die ersten Gedichtsteine sind seit Dienstag, 03.07.2012 am Galgenberg zu sehen.

 

Impressionen Gedichtstein am Galgenberg

Fotos: Karin Weinmann

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Über den Verein Hölderlin-Nürtingen.

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