Hölderlin-Nürtingen

Projekt Gedichtstein am Galgenberg

Bäume des Hügels, ihr wohlbekannten!

Gedichtsteine „In Hölderlins Landschaft“

Zum Konzept der Gedichtsteine
Der Wanderweg „In Hölderlins Landschaft“ ist seit dem Jahr 2011 eine beliebte Wegstrecke, die häufig begangen wird. Im Zuge der Planungen zum Rundwanderweg wurde mehrfach der Wunsch geäußert, unterwegs Zitate aus Hölderlin-Gedichten vor Ort erlebbar zu machen. Daraus entstand die Idee der Gedichtsteine. Einzelne Zitate aus Hölderlins Gedichten werden an ausgewählten Orten des Rundwanderwegs „In Hölderlins Landschaft“ in Form von Gedichtsteinen erlebbar. Es wurden Orte ausgesucht, an denen bereits große Steine vorhanden waren. Die Zitate werden in die Steine gehauen, die hier vorkommen und sind so der Landschaft angepasst.
Ein Gedicht wurde ausgesucht, das einen offenkundigen Bezug zu Nürtingen und Umgebung hat und möglichst auch in Nürtingen entstanden ist. Das Gedicht „Rückkehr in die Heimath“ erfüllt diese Vorraussetzungen: Nürtingen und die Gegend um Nürtingen werden zwar nicht explizit erwähnt, können jedoch leicht als die ersehnte Heimat identifiziert werden. Zur allgemeinen Verständlichkeit und um Irritationen zu vermeiden, wird bei den ausgewählten Zitaten für die Gedichtsteine selbst die aktuelle Orthografie verwendet.

Rückkehr in die Heimath.

milden Lüfte, Boten Italiens!
Und du mit deinen Pappeln, geliebter Strom!
Ihr woogenden Gebirg‘, o all ihr
Sonnigen Gipfel, so seid ihr’s wieder!

Du stiller Ort! in Träumen erschienst du fern
Nach hoffnungslosem Tage dem Sehnenden,
Und du, mein Haus, und ihr, Gespielen,
Bäume des Hügels, ihr wohlbekannten!

Wie lang ist’s, o wie lange! des Kindes Ruh‘
Ist hin, und hin ist Jugend und Lieb und Lust;
Doch du, mein Vaterland, du heilig-
Duldendes, siehe, du bist geblieben!

Und darum, daß sie dulden mit dir, mit dir
Sich freun, erziehst du, Theures! die Deinen auch
Und mahnst in Träumen, wenn sie ferne
Schweifen, und irren, die Ungetreuen.

Und wenn im heißen Busen dem Jünglinge
Die eigenmächt`gen Wünsche besänftiget
Und stille vor dem Schiksaal sind, dann
Giebt der Geläuterte dir sich lieber.

Lebt wohl dann, Jugendtage, du Rosenpfad
Der Lieb‘, und all‘ ihr Pfade des Wanderers,
Lebt wohl! und nimm und seegne du mein
Leben, o Himmel der Heimath, wieder!

Informationen zur Ode „Rückkehr in die Heimath.“
Hölderlin kehrte im Juni 1800 nach Nürtingen zurück, um von dort aus nach Stuttgart zu ziehen. Das Gedicht „Rückkehr in die Heimath“ entstand im Juni 1800 in Nürtingen. Erstdruck im Journal „Für Herz und Geist. Taschenbuch für das Jahr 1801.“

Steinpaten und erfolgreiche Kooperationen
Zur Finanzierung der Gedichtsteine werden Steinpaten gesucht, die die aufwendigen Steinmetzarbeiten durch Spenden unterstützen. Bei der praktischen Umsetzung der Idee Gedichtsteine hat sich die Kooperation zwischen den beteiligten Vereinen und der Stadtverwaltung Nürtingen erneut bewährt, wie schon bei der Planung des Rundwanderwegs. Die schweren Steine zum Steinmetz bewegen und wieder an ihren angestammten Ort bringen, die Plätze für die Steine herrichten, damit sie ihre Wirkung entfalten können, dazu brauchte es gemeinsame Planung, Koordination und Umsetzung. Die ersten Gedichtsteine sind seit Dienstag, 03.07.2012 am Galgenberg zu sehen.

 

Seit 2012 steht auf dem Weg zum Galgenbergpark ein Zitat aus Hölderlins Ode „Rückkehr in die Heimat“, die im Juni 1800 in Nürtingen entstanden ist: „Bäume des Hügels, ihr wohlbekannten!“

 

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