Hölderlin-Nürtingen

Projekt Friedrich Hölderlin und seine Orte

Wohl geh ich täglich andere Pfade

Friedrich Hölderlin und seine Orte

Friedrich Hölderlin war ein ausdauernder Wanderer und viel unterwegs – in der ersten Hälfte seines Lebens von Ort zu Ort, in der zweiten auf- und abgehend im Turm und am Ufer des Neckars in Tübingen. Heute ist Friedrich Hölderlin weltweit bekannt als einer der wichtigsten und international wirkungsreichsten deutschen Lyriker. Sein Werk wird immer wieder neu interpretiert und in seiner Biografie findet sich Rätselhaftes, das zu Spekulationen Anlass gibt.
Dieses Buch stellt die dreizehn Orte vor, in denen er kürzer oder länger wohnte und erzählt, was er dort während seiner ein- oder mehrmaligen Aufenthalte erlebte. Es werden die Häuser, Straßen und Plätze beschrieben und abgebildet, wo er sich aufgehalten hat und weitere Gedenkstätten und Einrichtungen genannt, die sich auf Hölderlin beziehen.
Hinweise auf Texte, die an den jeweiligen Orten entstanden sind oder bearbeitet wurden und Briefzitate aus der Zeit seiner Aufenthalte, die sein Innerstes widerspiegeln, runden den biografischen Hintergrund ab.
Mit diesem Buch in der Hand kann man auf eine literarische Reise gehen und die Orte besuchen, an denen heute noch etwas von diesem außergewöhnlichen Dichter zu sehen oder zu spüren ist.
Schon lange war es ein Wunsch der Hölderlinstädte Lauffen am Neckar und Nürtingen, eine Zusammenschau der Hölderlin-Orte auf den Weg zu bringen. Diese Initiative fand ein positives Echo und die Bereitschaft zur Mitarbeit. So entstand ein neues Band der Verbundenheit zwischen den Hölderlin-Orten. Wir danken unseren Unterstützern und allen, die zu den Texten beigetragen haben.
Ein Aspekt ist in der Rezeptionsgeschichte Friedrich Hölderlins von Anfang bis heute bedeutend: Es sind vorrangig Dichterkollegen, die seine Dichtung als große Kunst für sich entdeckten und immer noch entdecken und das weltweit, „Dichter der Dichter“ wird er deshalb genannt. Hugo von Hofmannsthal schrieb 1923: „Merkwürdig genug ist es aber zu denken, dass besonders die Strophen seiner letzten, vom Wahnsinn schon beschatteten produktiven Jahre, die jahrzehntelang für schlechthin unverständlich galten, jetzt wirklich verstanden werden, und zwar nicht von Einzelnen, sondern von Vielen.“ Und Martin Walser sagte 1996: „Ihm gegenüber selbst das Wort zu ergreifen, das fällt schwer. Er hat ja nicht, wie Goethe, zum leichteren gesellschaftlichen Gebrauch unabhängigen Sinn in regelmäßige Hebungen und Senkungen verwandelt, Hölderlin hat, muss man wohl sagen, gedichtet.“
Hölderlins Texte werden immer wieder neu interpretiert, seine Biografie immer wieder neu durchleuchtet. Sein Werk spricht bis heute eine besondere Sprache, die Wanderschaft durch die Jahrzehnte ist nach wie vor nicht abgeschlossen.

Aus dem Vorwort der Herausgeberinnen Ingrid Dolde und Eva Ehrenfeld.

 

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