Hölderlin-Nürtingen

Video: In Hölderlins Landschaft

Zusammenfluss von Steinach und Neckar

Video Kapitel 1: In Hölderlins Landschaft

Der Rundwanderweg führt über Höhenwege mit Aussichtspunkten, durch Wälder und auf Wiesenwegen in „Hölderlins Landschaft“. Hölderlin war ein geübter Wanderer. Er bewältigte 40 bis 50 Kilometer am Tag. In damaliger Zeit war es üblich, viele und lange Wegstrecken zu Fuß zurückzulegen. Doch Hölderlin wollte sich auch ganz bewusst durch das Gehen in der Natur einen Ausgleich zur geistigen Tätigkeit schaffen. Wir wollen Sie einladen, den Nürtinger Spuren des bedeutenden deutschen Lyrikers zu folgen.

Zusammenfluss von Steinach und Neckar: Die Flusslandschaft und seine Kindheitserinnerungen Die Gegend um Nürtingen mit der Flusslandschaft des Neckars und der Schwäbischen Alb prägte Hölderlins Texte wie keine andere. Hölderlins lebensbestimmender Fluss blieb der Neckar. Auf historischen Ansichten sind Pappeln zu sehen. Sie säumen den Neckar heute noch auf weiten Strecken und sind charakteristisch für die Neckarlandschaft.

Der Nekar

In deinen Thälern wachte mein Herz mir auf
Zum Leben, deine Wellen umspielten mich,
Und all der holden Hügel, die dich
Wanderer! kennen, ist keiner fremd mir.

Auf ihren Gipfeln löste des Himmels Luft
Mir oft der Knechtschaft Schmerzen; und aus dem Thal,
Wie Leben aus dem Freudebecher
Glänzte die bläuliche Silberwelle.

Der Berge Quellen eilten hinab zu dir,
Mit ihnen auch mein Herz und du nahmst uns mit,
Zum stillerhabnen Rhein, zu seinen
Städten hinunter und lustgen Inseln.

Noch dünkt die Welt mir schön, und das Aug entflieht
Verlangend nach den Reizen der Erde mir,
Zum goldenen Paktol, zu Smirnas
Ufer, zu Ilions Wald. Auch möcht ich

Bei Sunium oft landen, den stummen Pfad
Nach deinen Säulen fragen, Olympion!
noch eh der Sturmwind und das Alter
Hin in den Schutt der Athenertempel

Und ihrer Gottesbilder auch dich begräbt,
Denn lang schon einsam stehst du, o Stolz der Welt,
Die nicht mehr ist. Und o ihr schönen
Inseln Ioniens! wo die Meerluft

Die heißen Ufer kühlt und den Lorbeerwald
Durchsäuselt, wenn die Sonne den Weinstock wärmt,
Ach! wo ein goldner Herbst dem armen
Volk in Gesänge die Seufzer wandelt,

Wenn sein Granatbaum reift, wenn aus grüner Nacht
Die Pomeranze blinkt, und der Mastyxbaum
Von Harze träuft und Pauk und Cymbel
Zum labyrintischen Tanze klingen.

Zu euch, ihr Inseln! bringt mich vielleicht, zu euch
Mein Schuzgott einst; doch weicht mir aus treuem Sinn
Auch da mein Nekar nicht mit seinen
Lieblichen Wiesen und Uferweiden.

Der Zusammenfluss von Steinach und Neckar präsentiert sich noch fast wie vor Hunderten von Jahren. Von der Gestaltungskraft der Gewässer geprägt, verändern sich die angeschwemmten Schotter immer wieder, gefährliche Strudel machten das Schwimmen im Neckar zum Abenteuer. Die Fischer hatten hier ihre Boote vor dem Wehr, das schon seit dem 12. Jahrhundert nachgewiesen ist, und hier war auch die Landestelle für die über Jahrhunderte betriebene Flößerei.

Ein lebendiger, aber nicht ungefährlicher Spielort für Kinder. „Guter Carl! – in jenen schönen Tagen saß ich einst mit dir am Neckarstrand. Fröhlich sahen wir die Welle an das Ufer schlagen, leiteten uns Bächlein durch den Sand.“ Das Neckarufer war ein Ort gemeinsamer Spiele: „Und o! wie warm, wie hing ich so warm an euch Gespielen meiner Einfalt, wie stürmten wir in offner Feldschlacht, lehrten uns den Strudel durchschwimmen, die Eich' ersteigen!“

Hier am Neckarufer wurde 2017 dem jungen Hölderlin ein Denkmal gesetzt.

Über den Verein Hölderlin-Nürtingen. Wir freuen uns auf neue Mitglieder und über Sponsoren für unser Kulturprogramm. Unseren Sponsoren herzlichen Dank – sie machen unsere Beiträge zur Kultur möglich:

  • Kreisparkasse Nürtingen
  • Kreisparkasse Nürtingen
  • Kreisparkasse Nürtingen
  • Kreisparkasse Nürtingen
  • Kreisparkasse Nürtingen
  • Kreisparkasse Nürtingen

IMPRESSUM | DATENSCHUTZERKLÄRUNG