Der angebliche „Hochverratsprozeß“ gegen Sinclair

Vortrag von Dr. Michael Franz Württemberg im Krisenjahr 1804/1805 und Hölderlins Freunde im Verdacht eines „schweren Staats-Vergehens“

Montag, 19. November 2012, 20.00 Uhr Nürtingen, Stadtmuseum

Das Ende der altwürttembergischen Verfassung mit ihrem beachtlichen Mitwirkungsrecht der bürgerlichen Stände (das „alte gute Recht“) wurde nicht erst unter dem Druck der napoleonischen Truppen besiegelt. Der württembergische Herzog Friedrich II., der schon im Frühjahr 1800 durch eine Verhaftungswelle wegen einer angeblichen Verschwörung gegen ihn für Angst und Schrecken unter den Oppositionellen seines Landes gesorgt hatte (diese Vorgänge waren 2011 schon Gegenstand eines Vortrags des Autors), war 1803 Kurfürst geworden und hatte dadurch seine Stellung gegenüber seinem Parlament erheblich verbessert. Als dann aber sein Sohn (der spätere König Wilhelm) wegen einer Liebesgeschichte mit der Tochter eines ständischen Politikers außer Landes geflohen war und sich eine Allianz anbahnte zwischen dem in Paris sich aufhaltenden Kronprinzen und dem Stuttgarter Parlament, griff der Despot erneut zum Mittel der Konstruktion eines angeblichen „Staats-Verbrechens“, um die parlamentarische Opposition und ihren Anführer Christian Friedrich Baz endgültig aus dem Verkehr zu ziehen. Hölderlins Freund Sinclair war in diesem politischen Schachzug eigentlich eher eine Nebenfigur.

Eintritt: 4,- Euro (Abendkasse)
In Kooperation mit Schwäbischem Heimatbund, Stadtarchiv, Stadtmuseum, Volkshochschule