Teufelsbrücke und Teufelsklinge und der Ulrichstein, “Winkel von Hardt”

Teufelsbrücke und Teufelsklinge sind Teil einer historischen Verkehrsachse, die über Jahrhunderte Nürtingen mit dem Filderraum und Stuttgart verbunden hat. Die Teufelsbrücke ist als einmaliges Straßenbauwerk aus dem 18. Jahrhundert das letzte seiner Art im weiten Umkreis und laut Landesdenkmalschutz ein „gut erhaltenes“ Beispiel der tradierten Brückenbaukunst, dessen Erhaltung auch aus Verkehrs- und heimatgeschichtlichem Interesse wäre.

Die Teufelbrücke bei Hardt / Nürtingen

Erste Aufzeichnungen / Sagen

  • Die erste urkundliche Erwähnung Hardts stammt aus dem Jahr 1366.
  • Nach den Karten im Stadtarchiv gab es eine Teufelsbrücke zumindest seit 1526. Bis zur ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts führte die Straße noch über die Teufelsbrücke via Fildern nach Stuttgart.
  • 1787 Sagenerhebung durch den Naturforscher Gottlieb Friedrich Rößler: Die Sage vom Ulrichstein wird vom Oberensinger Pfarrer Wurm in einem ausgefüllten Fragebogen Rößler zugesandt.
  • „Der Winkel von Hahrdt.“ 1802 Gedicht von Friedrich Hölderlin. Ulrichstein und „Winkel von Hardt“ sind identisch, es handelt sich um bizarre Felsentrümmer, die- wie die Teufelsklinge- auch als Naturdenkmal (im Gegensatz zur Brücke als Kulturdenkmal) geschützt sind. Hölderlin erwähnt auch brieflich den Winkel von Hardt als Ausflugsziel seiner Kindheit und Jugend: 13. Oktober 1796 an seinen Bruder Karl: „Ich dachte… an den schönen Mainachmittag, wo wir im Walde bei Hahrdt bei einem Kruge Obstwein auf dem Felsen die Hermannschlacht zusammen lasen. Das waren doch immer goldene Spaziergänge, Lieber, Treuer!“
  • Wilhelm Hauff greift 1826 in seinem historischen Roman „Lichtenstein“ die Sage vom Ulrichstein auf. Laut dieser Sage hat der Pfeifer von Hardt den Herzog auf dessen Flucht vor dem Bund im „Hohlen Stein“ versteckt. Der Ulrichstein und das Wahrzeichen von Hardt, der Pfeifer-Brunnen, erinnern an diese – urkundlich nicht belegte – Sage.
  • 1907 erwähnt der Oberensinger Pfarrer Rauscher die Teufelsbrücke in seiner Studie zum Pfeifer von Hardt. Er beschreibt den Weg von Oberensingen, über Hardt, zum Ulrichstein und kürt die Brücke zum landschaftlich anziehendsten, was es jenseits der Aich zu den Fildern gibt.

Ausblick

Die Teufelbrücke bei Hardt / Nürtingen

Nach Sicherung und Sanierung von Teufelsbrücke und Teufelsklinge kann dieser historische Weg ein wichtiger Bestandteil eines neu anzulegenden Hölderlinrundwegs werden, der die historisch und geologisch unterschiedlichsten Aspekte der Kultur- und Naturlandschaft um Nürtingen aufgreift.

Projektbeschreibung